Clubs Hof/Saale und Plauen/ Vogtland: 30 Jahre Grenzöffnung



Am ersten Oktoberwochenende 2019 folgten 80 Soroptimistinnen aus 25 deutschen Clubs der Einladung der Clubs Hof/Saale und Plauen/Vogtland, an geschichtsträchtigen Orten das 30-jährige Jubiläum der Grenzöffnung und der friedlichen Revolution zu feiern. Aber auch aus Budapest, Szeged und Joensuu, den Partnerstädten von Hof, reisten Clubschwestern an, um tiefere Einblicke in diese historischen Ereignisse, die Deutschland und ganz Europa maßgeblich veränderten, zu gewinnen.


Die Feierlichkeiten starteten mit einem „Get together“ im Königssaal des Hofer Hauptbahnhofes, wo im Oktober 1989 die 14 Prager Botschaftszüge ankamen und die Bürger der DDR nach dem Verlassen der Prager Botschaft zum ersten Mal das Staatsgebiet der BRD betraten. Durch bewegende Fotos und Kurzreferate wurde den Gästen vermittelt, welche unermessliche Freude bei der Ankunft der Züge in Hof damals herrschte. Gleichzeitig gelang es aber auch, den Kraftakt, den die Hofer Bürger und die vielen Helfer bei der Begrüßung und in den Wochen danach leisten, zu verdeutlichen.


Der Besuch des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth am Samstagvormittag zeigte auf, wie die Befestigung und die Bewachung der innerdeutschen Grenze nach 1949 durch die DDR-Grenzpolizei immer weiter verstärkt wurde und das Dorfleben der Bewohner Mödlareuths beeinflusste.


Am Nachmittag standen in der Hochschule für den öffentlichen Dienst – eine der Übernachtungsstätten der ankommenden DDR-Bürger – verschiedene Themengruppen, auch für ein öffentliches Publikum, zur Wahl. Zeitzeugen berichteten von ihren Erlebnissen während der Wendezeit. So ließ z. B. Jens Hase, der als 19-Jähriger im ersten Botschaftszug saß, die Zuhörer an seinen unglaublichen Erfahrungen während seiner Jugend in der DDR sowie nach seiner Ankunft im Westen teilnehmen.


Kooperation mit dem Club Budapest Corvinus


Im Rahmen Abendveranstaltung stellte die Versteigerung von 35 Bildern, die Jugendliche der Kunstschule Szolnok/Ungarn zum Thema Mauerfall und Grenzöffnung anfertigt hatten, einen weiteren Höhepunkt dar. Der in enger Freundschaft mit den Soroptimistinnen verbundene Club Budapest Corvinus unterstützt als soziales Projekt diese talentierten und aus sozial benachteiligten Familien stammenden jungen Menschen in ihrem künstlerischen Fortkommen. Die Schülerinnen und Schüler, denen durch Pädagogen zuvor die historischen Ereignisse des Jahres 1989 näher gebracht worden waren, setzten ihre Empfindungen und Eindrücke im Anschluss daran mit Hilfe verschiedener Maltechniken künstlerisch um.


Die durch die Versteigerung eingenommenen 3000 Euro wurden der Kunstschule gespendet.


Plauen im Zeichen der friedlichen Revolution


Am Sonntag übernahmen die Soroptimistinnen aus Plauen den Staffelstab. Auf einer Stadtführung sowie einer Veranstaltung im Vogtlandkonservatorium mit Vortrag und sehr bewegenden Zeitzeugengesprächen wurde deutlich, warum gerade Plauen die erste Stadt in der DDR war, deren Bürger friedlich gegen das Regime demonstriert hatten. Abgerundet wurde das Jubiläum mit Beethovens 9. Sinfonie in der Johanneskirche in Plauen. Unser Dank gilt der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die diese Feierlichkeiten gegen das Vergessen und für das gemeinsame Erleben finanziell unterstützt hat.


Petra Balaton, Club Hof/Saale